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Die Karte von Hans Konrad Gyger entstand etwa zur gleichen Zeit als das Kloster Tänikon mit dem Registieren der Geburten begann.  

Speziell an dieser Karte ist, dass diese nicht wie heute üblich nach Norden, sondern nach Osten ausgerichtet ist.

Auf der Karte gut zu erkennen ist das Kloster Tänikon (Denicken), Ettenhausen (Ettenhusen), Iltishausen (Iltishusen) und Aadorf (Aadorff). Interessant ist auch zu beobachten, dass zu jener Zeit Ettenhausen und Iltishausen etwa gleich gross waren.

Der aufmerksame Betrachter der Karte stellt fest, dass westlich (unterhalb) von Tänikon zwei verschiedene Kantonsgrenzen eingezeichnet sind. Je nach Grenze ist der westliche Teil von Ettenhausen und der Weiler Iltishausen im Kanton Zürich oder im Kanton Thurgau. Gyger hat es nicht unterlassen, westlich von Tänikon die Grenze einzuzeichnen, wie sie im Vertrag von 1427 zwischen der Stadt Konstanz als Inhaberin des thrugauischen Landgerichtes und der Grafschaft Kyburg festgelegt wurde. Aus praktischen Gründen wurde aber das entsprechende Gebiet von Kyburg nicht in Anspruch genommen. Aus rein rechtlicher Sicht gehörten damals grosse Teile von Ettenhausen und ganz Iltishausen zum Kanton Zürich.

Karten - Dokumente - Fotos

1. Ausschnitt aus der Gygerkarte von 1667

Gygerkarte von Ettenhausen

2. Ausschnitt aus der Wildkarte von 1850

Wild Karte von Tänikon

Die abgebildete Wildkarte entstand 1850 und bildet den ganzen Kanton Zürich im Masstab 1:25'000 ab. Das Interessante bei dieser Karte ist, dass nur die Wälder im Kanton Zürich koloriert wurden. Das im Thurgau liegende Gebiet um Ettenhausen und Tänikon wurde nur schematisch dargestellt.

Ebenfalls gut ersichtlich ist die Streckenführung der St. Gallen-Appenzellischen Eisenbahn, die ihren Betrieb bereits im Jahre 1852 aufnahm und nicht wie ursprünglich vorgeschlagen über den südlichen Teil von Ettenhausen und dann über das Blankenmoos nach Elgg, sondern über Aadorf nach Winterthur geführt wurde.

Ettenhausen bestand zu jener Zeit nur aus dem Oberdorf. Das Unterdorf kam erst später dazu und entstand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Etwa um die gleiche Zeit, nämlich 1848 wurde das Frauenkloster vom Thurgauischen Grossen Rat aufgehoben und vom Staat konfisziert. Die gesamte Klosteranlage wurde 1852 an die Familie von Planta von Samedan verkauft. Der Tänikoner Zweig der Familie von Planta ist seit 2011 ausgestorben.

Blick auf das heutige Iltishausen b/Ettenhausen. Bis auf den im Jahre 1865 dazugekommenen Hof  Amrein, ist Iltishausen seit dem Mittelalter praktisch unverändert geblieben. Deutlich zu erkennen ist der Oberhof und Unterhof von Iltishausen aus den Jahren 1459 bzw. 1578.

Bis zu diesem Ort und bis ins Jahr 1459 lässt sich die Geschichte der Aadorfer Zehnder zurückverfolgen.


Alles was vorher war, bleibt ein Geheimnis.

3. Luftaufnahme über dem Gebiet Iltishausen, Ettenhausen und Tänikon von 2013

Ein Blick aus der Höhe zeigt deutlich wie sich Ettenhausen über die letzten 160 Jahre weiterentwickelt hat und heute faktisch mit Aadorf zusammengewachsen ist. Auch Tänikon ist mit den ehemaligen Anlagen der Eidg. Forschungsanstalt grösser, ist aber immer noch klar abgegrenzt von Ettenhausen und Guntershausen.

4. Luftaufnahme vom heutigen Iltishausen

5. Dokument vom 6. März 1619

Andreas Zehnder (Zechendter) von Iltishausen wird am Anfang eines zehnseitigen Dokumentes aus dem Jahre 1619 erwähnt. Andreas ist mit grosser Wahrscheinlichkeit der Grossvater von Hans Heinrich Zehnder von Iltishausen. (Post-Linie)

Das Original dieses Dokumentes befindet sich im Thurgauer Staatsarchiv in der Schachtel 7'47'23 Kloster Tänikon: M 1-30 Iltishausen, Rappenstein, Buecheren. Eine Kopie des vollständigen Dokumentes steht auf der Download-Seite zur Verfügung.

Interessant wäre zu wissen, was genau im Dokument geschrieben steht. Es ist mir leider nicht gelungen, das bald 400 jährige Dokument vollständig zu entziffern.